Landkonflikte im Nordosten Brasiliens
Mord im São-Francisco-Tal
Die brasilianische Bundesregierung beabsichtigt, den Rio São Francisco im Nordosten Brasiliens umzuleiten und das Wasser für die Bewässerung großer Anbauflächen für die Produktion von Biodiesel zu verwenden. Dieses Großprojekt ist ökologisch wie ökonomisch fragwürdig und bedroht die Lebensgrundlage der traditionellen Kleinbauernfamilien.
Bei der Umsetzung dieses Großprojektes kommt es zu Landkonflikten, die gewaltförmig ausgetragen werden. Spekulanten versuchen, sich die Weideflächen der traditionellen Ziegenbauern in dieser Region anzueignen. Dagegen wehren sich die Kleinbauern mit allen ihnen zur Verfügung stehenden legalen Mitteln. Sie werden dabei u.a. von unserem Projektpartner IRPAA unterstützt
So wurden beispielsweise im März 2008 in Areia Grande in der Gemeinde Casa Nova im brasilianischen Bundesstaat Bahia die Häuser, Stallungen und Zäune von 336 Familien – insgesamt ca. 1.800 Personen – zerstört. Die betroffenen Kleinbauernfamilien leben seither in provisorischen Unterkünften und kämpfen vor Gericht für ihre Landrechte.
Führender Kopf dieses Widerstandes war der Kleinbauer José Campos Braga, 56 Jahre alt und Vater von 10 Kindern. Er wurde am 04.02.2009 von pistoleiros erschossen. Vor seiner Ermordung war es wiederholt zu gewalttätigen Übergriffen gegen die Kleinbauerngemeinschaft gekommen. Obwohl diese Vorfälle bei der lokalen Polizei angezeigt wurden, wurde nichts zum Schutz der Kleinbauern und ihrer Repräsentanten unternommen.
Der Leichnam von José Campos Braga wurde am 05.02.2009 gerichtsmedizinisch untersucht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes und der Mediator für Landkonflikte wurde eingeschaltet.
Die Dorfbewohner fordern effiziente Ermittlungen, die Bestrafung der Verantwortlichen und die Wahrung der Sicherheit in ihren Dörfern sowie die Anerkennung ihrer Landrechte.
Diese Ziele werden sich nur erreichen lassen, wenn die Kleinbauern in ihrem Kampf Unterstützung von außen erhalten. Bitte unterstützen Sie diesen Kampf – Näheres siehe Solidarität mit Casa Nova.
Weitere Informationen finden Sie auch auf den Webseiten des Eine-Welt-Ladens Hückelhoven.