Sterne des Südens
Theaterprojekt in Cochabamba, Bolivien
Projektträger
ProvocaAcción ist eine informelle Gruppe mit künstlerisch-pädagogischer Ausrichtung. Als unsere Aufgabe sehen wir es an, mit alternativer künstlerischer Arbeit zur Stärkung der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen beizutragen: Jungen, Mädchen, Frauen aus den Randvierteln von Cochabamba – Bolivien.
Projektinhalt
Sebastián Pagador ist ein Randviertel, in dem vorwiegend Migranten aus dem Altiplano, von Oruro und La Paz leben. Es sind Kleinhändler und ArbeiterInnen - Menschen, die ohne feste Arbeitszeiten und ohne festes Einkommen ihren Lebensunterhalt sichern müssen. Diese Familien haben durchschnittlich fünf Kinder. Die älteren Kinder helfen den Eltern bei der Arbeit, im Haushalt wie auf der Straße. Die Kinder von Sebastián Pagador haben nicht nur häufig zu wenig zu essen, auch die schulischen Angebote sind schlecht, häufig erleiden sie zudem Misshandlungen durch ihre Eltern, wenn diese sich wegen all ihrer Probleme im Alkohol verlieren.
ProvocaAcción macht seit sechs Jahren mit einer Gruppe von Kindern im Viertel Theater. Die Zahl der permanent teilnehmenden Kinder hat von 15 Kinder im vergangenen Jahr leicht auf jetzt 16 Kinder zugenommen. Die jüngste ist drei Jahre alt. Sechs Kinder gehören zur Gruppe von früher. Diese 16 nehmen regelmäßig an den wöchentlich samstags stattfindenen Workshops teilnehmen, etwa die gleiche Zahl weiterer Kinder kommen sporadisch dazu. Gearbeitet wird jeweils vier Stunden in zwei Altersgruppen (von drei bis 8 Jahre, und von 9 bis 16 Jahren).
Die Kinder, die neu in die Gruppe kommen sind sehr schüchtern und zurückhaltend. Neugierig sind sie gleichwohl. Sie freuen sich am Spiel, an der Lektüre, den Gesprächen und anderen Aktivitäten. Allerdings kommt es schnell auch zu Aggressionen, die sie aus der Schule und aus ihren Familien mit in die Gruppe bringen.
Ein Schwerpunkt der Arbeit für 2008 soll deshalb darauf liegen, mit ihnen friedliche Formen des Aggressionsabbaus und der Konfliktlösung zu üben. Dies durch Körp0erübungen, Gespräche, Spiel, Lachen, und eben Theater. All dies wird begleitet von der Elternarbeit.
Projektförderung
Der AK5% unterstützt dieses Projet im Jahr 2008 mit 1706,00€. Das Geld wir für folgende Zwecke verwendet:
a) die Gruppe weiter zu vergrößern und die Arbeit besser in der Nachbarschaft zu verankern
- erneut zu versuchen, die Räume der Nachbarschaftsorganisation nutzen zu dürfen, oder sonst einen anderen Raum zu finden.
- Das Niveau der Aggressivität bei den neuen Mitgliedern der Gruppe zu senken und friedliche Formen der Konfliktlösung einzuüben.
- Mit Schulaufführungen und Straßentheater andere Kinder zu erreichen und für die Gruppe zu interessieren.
- Mit einer gemeinsamen Feier und zwei Workshops die Bereitschaft der Eltern zu fördern, die Teilnahme der Kinder zu unterstützen.
b) Lektürekurse von Kinderliteratur, Debatten und Einüben eines neuen Theaterstücks
- Wöchentliche vierstündige Theaterworkshops in getrennten Gruppen und gemeinsame Erarbeitung eines neuen Theaterstücks.
- Drei Schulaufführungen, drei Aufführungen unter freiem Himmel.
Hier einige Eindrücke der Arbeit von ProvocaAcción aus 2009:
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