IRPAA (Brasilien)

Begleitung und Beratung der Familien der traditionellen Landgemeinden bei Registrierung kollektiver Weideflächen

Unsere Partnerorganisation: IRPAA

Die Abkürzung IRPAA steht für „Instituto Regional da Pequena Agropecuária Apropriada – Regionales Institut für angepasste kleinbäuerliche Land- und Viehwirtschaft“. Ziel dieser Nichtregierungsorgansiation ist es, ein gutes Zusammenleben mit semirariden Klima im Nordosten Brasiliens zu erreichen.

Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt IRPAA viele Strategien. Sie reichen von der Anwendung angepasster landwirtschaftlicher  Techniken über eine ausgeklügelte Wasserhaltung bis hin zur rechtlichen Absicherung von Gemeinschaftsweideflächen und Angeboten kontextualisierter Bildung.

IRPAA arbeitet dabei nicht mit einzelnen bäuerlichen Betrieben zusammen, sondern mit ganzen Dorfgemeinschaften. IRPAA bietet diesen Gemeinschaften Informationen, Schulungen und Rechtsbeistand an.

Durch den Wahlsieg des rechtsextremen Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro sieht IRPAA seine Arbeit ebenso wie die vieler anderer zivilgesellschaftlicher Organsiationen bedroht. Bolsonaro hat offen angekündigt, die finanzielle Unterstützung solcher Organisation zu blockieren und ihre Tätigkeit zu kriminalisieren.

Wie unterstützen wir IRPAA?

Auf der Mitgliederversammlung am 30.12.2018 wurde beschlossen, die Bemühungen von IRPAA bei der rechtlichen Absicherung von Gemeinschaftsweideflächen finanziell zu unterstützen.

Die Gemeinschaftsweideflächen – Fundo de Pasto – spielen beim Zusammenleben mit dem semiariden Klima eine entscheidende Rolle. Sie ermöglichen es, auch lange Trockenperioden zu überstehen. Ohne Eingrenzung durch Zäune können sich auf ihnen die Herden vieler Familien frei bewegen und sich von der Caatinga, dem Buschland im Nordosten Brasiliens, zu ernähren.

Wie viele traditionellen Formen gemeinschaftlichen Besitzes sind die Gemeinschaftsweideflächen nicht so gut abgesichert wie das Privateigentum. Zwar gibt es in Bahia die Möglichkeit, diese Flächen registrieren zu lassen. Dies setzt jedoch einerseits einen Bewusstseinsbildungsprozess unter den kleinbäuerlichen Gemeinschaften voraus, andererseits eine konsequente rechtliche Unterstützung der Dorfgemeinschaften, da ökonomische Einzelinteressen, Machtverhältnisse und Bürokratie die Durchsetzung der Flächenregistrierung erschweren.

Im Mai 2019 haben zwei unserer Mitglieder IRPAA besucht und einen tiefen Einblick in die Tätigkeit unserer Partnerorganisation gewinnen. Nach die Wahl von Jair Bolsonaro zum brasilianischen Staatspräsidenten haben sich die Rahmenbedingungen für die Arbeit weiter verschlechtert. Sicherheitsüberlegungen gewinnen zusehends an Bedeutung.

Weiterführende Informationen zu IRPAA

www.irpaa.org – Offizielle Website (brasilianisch, englisch, französisch, spanisch deutsch)