„Ohrfeige“ von Abbas Khider (Hörspiel im WDR-Radio)

Der WDR sendet zum Thema Asyl das Hörspiel „Ohrfeige“ von Abbas Khider (auf WDR 5 am 31.01.2016, 17.05 – 18.00 Uhr, und auf WDR 3 am 01.02.2016, 19.05 – 20.00 Uhr):

Eines Tages reicht es Karim Mensy. Als er nach Jahren in Deutschland zurück soll in sein „sicheres“ Herkunftsland Irak, geht er in die Ausländerbehörde, ohrfeigt die Sachbearbeiterin und fesselt sie an ihren Stuhl. Jetzt muss sie ihm endlich zuhören.

In einem großen Erzählstrom berichtet der Ich-Erzähler aus seinem Leben als Flüchtling und Asylbewerber. Es begann damit, dass er von der Ladefläche eines Transporters in Freie trat – in Frankreich, wie er glaubte, denn bis dorthin hatte er für seine Reise bezahlt. In Wahrheit landete er mitten in der bayerischen Provinz. Und von hier sollte er für die nächsten Jahre nicht mehr wegkommen. Er muss sich eine neue Lebensgeschichte erfinden, kämpft sich durch Formulare und Asylunterkünfte, lässt sich auf fragwürdige Bekanntschaften und schlecht bezahlte Schwarzarbeit ein. Bis er wieder ganz am Anfang steht und sich einen neuen Schlepper suchen muss. Einen, der ihn aus Deutschland rausbringt. Aber vorher will er sich noch einmal mit Frau Schulz von der Ausländerbehörde in aller Ruhe unterhalten – von Mensch zu Mensch.

Quelle: www.wdr5.de/sendungen/hoerspiel-am-sonntag/ohrfeige-abbas-khider-102.html

Interessant ist auch das Interview mit dem Autor Abbas Khider, das der WDR 3 auf seiner Seite „Der Flüchtling lebt in einem Knast aus Ängsten“ veröffentlicht:

WDR 3: Herr Khider, Sie sind 1996 aus dem Irak Saddam Husseins geflohen und nach vier Jahren als „illegaler Flüchtling“ in verschiedenen Ländern Afrikas und Asiens nach Deutschland gekommen. Jetzt haben Sie mit „Ohrfeige“ zeitgleich einen Roman und ein WDR-Hörspiel vorgelegt, die auf ihren Erlebnissen basieren. Was haben Sie als Flüchtling in Deutschland erlebt?

Khider: Man durchlebt verschiedene Phasen. Das erste, was man nach seiner Ankunft will, ist Sicherheit. Aber dann kommt die Integrationsphase, und damit beginnen die großen Schwierigkeiten. Auf der Flucht hat man nur Angst um sein Leben. Danach hat man nur noch Angst um seine Zukunft.

Das gesamte Interview ist hier nachzulesen.

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